30 Jahre Choro d‘Arte

30 Jahre Choro d’Arte ein Chor mit Wohlfühlfaktor!

Liebe Chorist:innen, Unterstützer:innen und Freund:innen des Choro d’Arte St. Anton,

es ist ein wahrlich besonderer Anlass, den wir jetzt, im Jahr 2023, feiern: das dreißigjährige Jubiläum unseres Chores! Alles begann im Mai 1993: Unter der Leitung des jungen Chordirektors Stefan Nerf hatten sich motivierte, sangesfreudige und nahezu gleichaltrige Sänger:innen im Pfarrsaal zusammengefunden, um miteinander im „Gospelchor“ zu musizieren. Bereits am 12. Dezember 1993 gab das junge Ensemble unter dem Namen Kammerchor St. Anton sein Debüt, und die AZ titelte damals: „Der neue Chordirektor von St. Anton hat ehrgeizige Pläne…“- die Kulturredaktion sollte recht behalten. Mittlerweile sind mehrere Ordner mit Konzertprogrammen und hervorragenden Konzert-Kritiken der vergangenen Jahrzehnte gefüllt: „Chormusik aus einem ganzen Jahrtausend– Choro d’Arte überzeugt mit vielseitigem Programm“.

„Tüchtiger Chorerzieher“

Großkonzerte des Ensembles Choro d'Arte

Stefan Nerf hatte tatsächlich Großes mit uns vor– vorher musste allerdings erst mal ein klingender Name gefunden werden: 1995 wurde aus dem Kammerchor St. Anton der „Choro d’Arte“, laut Presse „ein etwas eigenwilliger, sehr anspruchsvoller Name…“. Diesem hohen Anspruch wurde unser Chor tatsächlich noch im gleichen Jahr gerecht: Im Oktober 1995 fand erstmals in Augsburg eine Uraufführung von G.F. Händels „Messias“ in historischer Aufführungspraxis und englischer Originalsprache statt. Dazu hatte Stefan Nerf das Orchester „Arsatius Consort“ engagiert, welches auf alten Instrumenten musizierte.

Auch namhafte Solisten wie beispielsweise Bernhard Hirtreiter konnten für dieses große Oratorium verpflichtet werden. Die große Antonskirche war bis zum letzten Platz besetzt, und es mussten zusätzliche Stühle für die zahlreichen Zuhörer:innen herangeschafft werden. Unvergessen: die stehenden Ovationen des begeisterten Konzertpublikums. „Über wiegend junge Stimmen … mit der Musica Sacra in St. Anton geht es wieder hörbar bergauf“, so goutierte die Presse das Engagement unseres Chorleiters. Folglich war zum 10-jährigen Chorjubiläum in der Zeitung zu lesen, dass Stefan Nerf ein „tüchtiger Chorerzieher“ sei, mit welchem die Kirchenmusik einen bedeutsamen Aufschwung genommen habe.

Große Chor- und Orchesterwerke

Neben vielen A-Cappella-Konzerten fanden in unseren gemeinsamen Chorjahren zahlreiche Aufführungen von Händel-Oratorien wie »Samson«, »Joshua«, „Belsazzhar oder der Triumph des Gottesvolkes“, „Judas Makkabäus als Rarität in St. Anton“ statt. Das „Mozart-Requiem“ stand mehrmals auf dem Programm, das „Fauré-Requiem“ wurde einstudiert und 1998 erklang Bachs „Weihnachtsoratorium“ in St. Anton. Außerdem führten wir unter der Leitung von Stefan Nerf große Haydn-Messen wie die „Nelson-Messe“, „Theresien-Messe“, und die „Harmoniemesse“ konzertant auf. Unser Chorleiter hatte schon immer eine gute Hand bei der Auswahl seiner Stücke: „König David“ von Arthur Honegger 2003, Karl Jenkins „The armed man“ 2007 oder Rossinis „freche“ „Petite Messe solennelle“ 2008, um nur einige zu nennen. Auch das Programm „Witness“, 2014, eine Musik- und Tanzperformance zum Thema Sklaverei war sehr ergreifend und fand großen Zuspruch beim Publikum.

Freundschaft und Geselligkeit

Konzertreise Choro d'Arte

Nicht nur das Singen war und ist uns im Chor wichtig, es entstanden wunderbare Freundschaften und Beziehungen, die bis heute gehalten haben. Auch die Geselligkeit kam und kommt im Chor nie zu kurz. Nach den Chor proben trafen wir uns in den ersten Jahren bei unserem Italiener um die Ecke oder später in einer anderen „Stammkneipe“ im Antonsviertel, um die Probenabende entspannt ausklingen zu lassen. Unsere Chorwochen enden, zuerst in Benediktbeuern, später in der Wies, waren und sind immer Das Rätsel um Stefan Hainbach noch das Highlight im Chorjahr. Neben konzentrierter Probenarbeit hat auch das Miteinander seinen Platz– es wird gemeinsam gewandert, gegessen, gelacht und geredet in unserem mittlerweile nicht mehr ganz so jungen Chor. Viele Chorfeste, Ausflüge und nicht zuletzt neuerdings unser „Chor Oktoberfest“ bereicherten und bereichern immer noch unser Chorleben.

„Kultivierter Chorklang“, „Klang und Transparenz“, „Diskrete Klangfülle“

Besonders stolz sind wir auf unsere zahlreichen Auftritte in den schönsten Sälen Augsburgs und Umgebung: dem Goldenen Saal, dem Kleinen Goldenen Saal, dem Rokoko-Saal und dem Zedern-Saal in Kirchheim. Auch konzertierten wir bereits in der Binswanger Synagoge, in vielen Augsburger Kirchen und herrlichen Gotteshäusern von München bis Weltenburg, Memmingen bis Lindau, von Günzburg bis Passau: „Glanzvolle Rückkehr an früheren Wirkungsort“ war in der Presse nach unserem Konzert in Neuötting, der Heimatstadt Stefan Nerfs, zu lesen. Auch im Ausland waren wir in den 30 Jahren häufig unterwegs: Von Barcelona (Konzert in der Sagrada Familia) bis Polen (Konzerte in Imielin und Tschenstochau), von Meran, Brixen und Tramin (auf Einladung des italienischen Rundfunks) bis zum Gardasee in Pieve und Toscolano war unser Chor zu hören. Auf unseren Konzertreisen hatten wir viele bereichernde Chorerlebnisse und konnten unser Publikum mit unserer Musik begeistern, ebenso durch unsere Teilnahme an Chorwettbewerben und Chorfesten in Frankfurt 2012 und Stuttgart 2014.

Das Rätsel um Stefan Hainbach

Kennen Sie den Komponisten Stefan Hainbach? Ganz bestimmt haben Sie schon Einiges von ihm gehört! Erschienen die Eigenkompositionen unseres Chorleiters anfangs noch unter diesem Pseudonym (Insider erkannten die handgeschriebenen Noten ohnehin sofort, lange bevor das Notenprogramm „Cappella“ zum Einsatz kam), so entstanden im Laufe der Zeit zunehmend Eigenkompositionen für den liturgischen Gebrauch, die wir als Chor immer wieder mal zur Aufführung bringen. Erstmals erklang eine Eigenkomposition von Stefan Nerf bei einem Konzert im Mai 1995 „Mein Weg hat Berge und Wellentäler“. Besonders erwähnenswert ist Stefan Nerfs „Mass for God’s People“– komponiert für Chor, Orgel, Percussion und Saxophon–, die in zwischen auch über die Grenze der eigenen Diözese hinaus bekannt wurde und häufig aufgeführt wird.

„Brücken schlagen mit hervorragendem Chorgesang“

So lautete 1994 ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung, als unser Chor zusammen mit dem Queen Mary Chor Grünwald in München und Augsburg konzertierte: „Mit ihren Leitern Cornelia von Kerssenbrock und Stefan Nerf … überraschten 65 junge Sängerinnen und Sänger mit Spitzenleistungen im Chorgesang, wie sie nur nach allerbester Schulung zustande kommen“. Auch mit anderen befreundeten Chören und Chorleitern gaben wir Konzerte in Augsburg und Umgebung: Mit dem Chor im Pfaffenwinkel sangen wir das „Mozart-Requiem“ in der Wies, „Choro d’Arte und Aichacher Chor begeistern Publikum in St. Anton“, „Katalanisches Temperament: Choro d’Arte singt gemeinsam mit Gästen aus Barcelona“, um nur einige Beispiele für gelungene Chorkooperationen zu nennen.

Gut vernetzt…

Chorleiter Stefan Nerf

ist Stefan Nerf in der Kirchenmusik-Szene und pflegt seit Jahrzehnten hervorragende Kontakte zu Musiker:innen in Augsburg und Umgebung. Seine ehemaligen Mozarteum-Hochschullehrer Prof. Angelberger und Prof. Rotzsch fungierten in den ersten Chorjahren als Coaches an Probenwochenenden. Als einfühlsamer Korrepetitor erwies sich Stefan Auer in den Anfangsjahren unseres Chores und Stefan Nerfs ehemaliger Studienkollege Anton Waas unterstützt unseren Chor bis heute als ausgezeichneter Begleiter am Klavier und an der Orgel bei unseren Konzerten in Augsburg und außerhalb. Auch Prof. Franz Hacker begleitet uns seit Anbeginn als hervorragender Organist bei unseren Auftritten von Augsburg bis zum Gardasee. Stefan Nerf arbeitete immer wieder mit namhaften Orchestern wie beispielsweise den Prager Philharmonikern, Münchner Symphonikern oder La Banda zusammen. „Profis und höchst achtbare Musikliebhaber“ scharte er im Orchester der Musikfreunde St. Anton und im Barockorchester „Accademia Augustana“ um sich. Und für die großen Konzerte konnte er stets hochkarätige Solist:innen wie Gerlinde Sämann, Mirjam Feuersinger, Sophia Brommer, Tylor Duncan, Christian Zenker u.a. gewinnen. Neben Uraufführungen seiner eigenen Werke wurden auch Kompositionen von Musikerkollegen uraufgeführt: so einige Stücke des Tenorsaxophonisten Christian Elin oder die Uraufführung von Tom Liers „Missa“, arrangiert für und aufgeführt mit den Blechbläsern der Augsburger Philharmoniker.

Raumklang und LANAKIMU

„Man muss sich als Musikensemble dauernd gut aufstellen und darauf achten, dass man unternehmerische Ideen hat.“ Stefan Nerf erfindet sich mit spannenden Konzertprogrammen immer wieder neu, indem er innovative Formate sowohl für unseren Chor, als auch für die Kirchenmusik in St. Anton entwickelt, und dabei auch das Publikum miteinbezieht: Kirchenmusiktage St. Anton, Wandelkonzerte, Emporenkonzerte im Sommer, die Lange Nacht der Kirchenmusik im Herbst, Weihnachtskonzerte im Winter bei Kerzen schein… Die Konzertbesucher:innen danken es ihm und halten dem Chor seit Jahrzehnten die Treue. Gemeinsame Aufführungen mit der Chorgemeinschaft St. Anton und regelmäßiges Singen bei Gottesdiensten während des Kirchenjahrs bringen zum Ausdruck, dass der Choro d’Arte fest in der Pfarrei St. Anton verwurzelt ist, und ein gutes Miteinander gepflegt wird.

Mit Elan in die neue Chor-Dekade

Wir möchten uns an dieser Stelle ganz herzlich bei Stefan Nerf bedanken, der durch sein großartiges, persönliches Engagement dies alles ermöglicht hat, getreu dem Motto: „Spitz sind die Ohren des Dirigenten“. Uns alle verbindet das gemeinsame Singen, welches uns Freude und Wohlbefinden schenkt. Miteinander zu musizieren ist uns eine Herzensangelegenheit, bei der sich jede und jeder für das gemeinsame Ganze verantwortlich fühlt. Doch ohne die vielen helfenden Hände bei den zahlreichen Konzerten und Auftritten, wäre die 30-jährige Erfolgsgeschichte des Choro d’Arte nicht möglich gewesen. Unser besonderer Dank gilt der Pfarrei St. Anton, die unserem Chor eine Heimat gegeben und uns stets wohlgesonnen war. Danke an alle, die uns auf unserem Weg begleitet und unterstützt haben. Wir freuen uns und sind gespannt auf die kommenden Projekte im nächsten Chorjahrzehnt!

Das Redaktionsteam „30 Jahre Choro d’Arte St. Anton“